1. Erste 24 Stunden — Sicherheit vor Bürokratie
Bevor Sie über Pflegegrade nachdenken, klären Sie das Akute: Sturzgefahr, Medikamenteneinnahme, Versorgung mit warmen Mahlzeiten, Erreichbarkeit per Telefon. Holen Sie ggf. den Hausarzt für eine Kriseneinschätzung.
- Hausnotruf-Knopf installieren oder Familie als Tagesanruf etablieren
- Stolperfallen entfernen (Teppichkante, Kabel)
- Medikamentenplan auf den Tisch legen — wer kontrolliert die Einnahme?
- Lebensmittel und Getränke griffbereit
2. Pflegegrad-Antrag stellen — heute
Der Antrag ist formlos: Ein Anruf bei der Pflegekasse genügt. Das Datum des Anrufs ist das Antragsdatum — Leistungen werden rückwirkend gewährt. Verschieben Sie das nicht. Auch bei nur leichter Pflegebedürftigkeit lohnt der Antrag (Wohnraum-Anpassung, Pflegehilfsmittel, Beratung).
- Pflegekasse anrufen (Krankenkasse = Pflegekasse)
- Antragsnummer notieren
- Pflegetagebuch beginnen (Formular der DAK / AOK / TK kostenfrei)
- Termin mit dem Medizinischen Dienst (MD) abwarten — kommt in 5 Wochen
3. Versorgung organisieren — Pflegedienst, Tagespflege, Angehörigen-Pflege
Sie haben drei Hebel: ambulanter Pflegedienst (wir), Tagespflegeeinrichtung, Pflege durch Sie selbst. Die Kombi ist meist die beste Lösung. Wir beraten ergebnisoffen — auch wenn am Ende eine Tagespflege oder ein Heim die richtige Wahl ist.
4. Entlastung für Sie als Angehörige*n — bevor Sie selbst krank werden
Pflegende Angehörige sind Deutschlands größter „Pflegedienst". 4,7 Millionen Menschen pflegen zuhause — und die Zahlen zur Erschöpfung sind alarmierend. Verhinderungspflege (1.612 €/Jahr), Pflegekurse (kostenfrei nach § 45 SGB XI) und stundenweise Betreuung sind keine Schwäche, sondern Voraussetzung für Durchhaltevermögen.
Vertiefende Themen